Was ist Allergischer Schnupfen?

Was versteht man unter Allergischem Schnupfen?

„Allergischer Schnupfen“ (AS) ist eine allergisch bedingte Erkrankung der Nasenschleimhaut. Bei der allergischen Rhinokonjunktivitis sind auch die Augen betroffen. Je nach Allergentyp wird der saisonale AS (z. B. Pollenallergie, „Heuschnupfen“) vom ganzjährigen AS (z.B. Tierhaar- oder Hausstaubmilbenallergie) unterschieden.

Was ist die Ursache der AS?

Beim AS kommt es zu einer Sensibilisierung  gegenüber einem oder mehreren Allergenen  wie z.B. Pflanzenpollen oder Hausstaubmilben . Beim Erstkontakt mit dem Allergen nimmt eine spezielle Immunzelle, der Makrophage („Fresszelle“), das Allergen auf und löst dadurch eine Reaktionskette bei weiteren Immunzellen aus. Schließlich werden Immunglobulin E (IgE)-Antikörper gebildet, die sich gegen das Allergen richten. Hat der betroffene Mensch wieder Kontakt mit dem gleichen Allergen, erkennen die IgE-Antikörper den Auslöser und veranlassen die Ausschüttung entzündungsvermittelnder Stoffe wie z.B. Histamin. Diese Entzündungsvermittler sind die eigentliche Ursache für die Beschwerden beim Patienten.

Wer ist betroffen?

Nahezu jeder fünfte Europäer leidet unter Allergischem Schnupfen, bei Kindern ist die Erkrankung noch verbreiteter als bei Erwachsenen. Damit ist der AS die häufigste allergische Erkrankung in Europa mit zunehmender Tendenz. Experten gehen davon aus, dass im Jahr 2015 etwa 50% aller Europäer generell von Allergien betroffen sein werden.

Was sind die typischen Beschwerden?

Die typischen Symptome an der Nase sind: laufende Nase, Juckreiz, Schwellung der Nasenschleimhaut, Behinderung der Nasenatmung, Niesanfälle. Was die Augen betrifft, so hat der Betroffene häufig mit Tränenfluss, Juckreiz, Rötung und Schwellung zu kämpfen. Darüber hinaus leiden die Patienten unter Schlafstörungen: Rund die Hälfte der Betroffenen fühlt sich nach dem Schlaf nicht ausgeruht, nahezu ein Drittel hat Einschlafschwierigkeiten. Die mangelhafte Schlafqualität und die übrigen Beschwerden sorgen bei vielen Allergikern für emotionale Beeinträchtigungen. Sie fühlen sich müde, gereizt, unkonzentriert und gehemmt. Und daran scheint auch eine Behandlung des AS nichts auszurichten, wie eine amerikanische Umfrage ergab, die die Jahre 2006 und 2010 verglich. Die Mehrheit der Patienten fühlte sich sowohl 2006 als auch 2010 gereizt, müde und elend. 

Die genannten Beschwerden verringern jedoch nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen, sondern auch ihre Leistungsfähigkeit. So können beispielsweise Schulleistungen bei Schülern mit symptomatischem Heuschnupfen in den Sommermonaten im Vergleich zum Winter stark differieren. Die volkswirtschaftlichen Auswirkungen des AS sind dementsprechend enorm. Durch den AS gibt es mittlerweile mehr Einbußen an Arbeitsproduktivität als bei Diabetes, Asthma oder Depressionen. Die durch Allergien allgemein entstehenden Kosten werden allein in Europa auf 100 Milliarden Euro geschätzt. 

Viel zu oft wird der Allergische Schnupfen bagatellisiert und nicht ausreichend behandelt. Die Betroffenen riskieren ernste Folgeerkrankungen. Menschen mit Allergischem Schnupfen entwickeln besonders häufig Neurodermitis, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Migräne, Depressionen und Asthma, nahezu 30% entwickeln innerhalb von 10 Jahren ein allergisches Asthma, das ähnlich schlecht kontrollierbar ist wie bei Asthmatikern, die aktiv rauchen.

Wie wird ein AS diagnostiziert?

Zur Diagnose des AS werden neben der Anamnese durch den Arzt (vorwiegend ein Allergologe) auch Allergietests eingesetzt. Am häufigsten wird der sogenannte Prick-Test verwendet. Dabei werden dem Patienten „allergieverdächtige“ Substanzen in die Haut eingebracht. Die jeweilige Hautreaktion lässt dann darauf schließen, auf welche Stoffe der Patient allergisch reagiert. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, das im Körper vorhandene IgE labormedizinisch zu bestimmen, oder einen nasalen Provokationstest durchzuführen. Bei diesem Test werden die zu testenden Allergenextrakte auf die Nasenschleimhaut gesprüht oder getropft.




Downloads

Hier finden Sie die 10 Tipps
unseres Allergie-SOS

Zum Downloadbereich
Kontakt

Kontaktieren Sie uns